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BIM Netto-Massen

Online-Pressegespräch zum Forschungsprojekt am 06.11.2020

Vorstellung des Abschlussberichts mit beteiligten Wissenschaftern und Vertretern aus der  Baupraxis vor Vertretern der Fachmedien.
 
Prof. Arnold Tautschnig mit Dr. Martin Mösl von der Universität Innsbruck, und DI Anton Rieder, Landesinnungsmeister Bau Tirol, stellen gemeinsam mit DI Gunther Graupner vom Kompetenzzentrum Bauforschung die Forschungsergebnisse vor.

Eignen sich klassische Kalkulations- und Abrechnungsmethoden noch für BIM-Modelle?
Die Bauinnung Tirol initiierte zu diesem Thema das Forschungsprojekt „BIM-Netto-Massen“ mit dem Ziel, die Differenzen zwischen Massenermittlung gemäß Werkvertragsnorm und modellbasierter Bauabrechnung für ausführende Unternehmen zu quantifizieren.

Als einer von vielen Vorteilen von Building Information Modeling wird die genaue Massenermittlung genannt. Welche Auswirkungen hat dies aber nun auf die bisher üblichen Kalkulations- und Abrechnungsmethoden? Die Unterschiede der Berechnung liegen im Detail:

  • Kalkulation einer Position laut ÖNorm:
    Standardposition + Zuschlag für ÖNorm
  • Kalkulation für BIM-Netto-Massen:
    Standardposition + Zusatzaufwand abzgl. Ersparnisse

Mit der Erstellung von digitalen Gebäudemodellen, dem sogenannten ,digitalen Zwilling‘, werden einige klassische Herangehensweisen nicht mehr in die digitale Bauabwicklung zu überführen sein. Diesen Wandel soll das gegenständliche Projekt abfedern und der Bauwirtschaft die Chance geben, einen sanften Umstieg in das digitale Zeitalter zu schaffen.

Die Inhalte verfolgen das Ziel, einen Beitrag zur Optimierung des Planungs- Bau- und Abwicklungsprozesses durch die Einbeziehung der digitalen Modellierung für die Abwicklung von Hochbauprojekten zu leisten. Eine optimierte Nutzung des Bauwerksmodells könnte den aufwändigen Aufmaß- und Abrechnungsprozess wesentlich erleichtern, wodurch freiwerdende Mittel für neue Investitionen genutzt werden könnten.

Im Forschungsprojekt wurden auf Basis von Bauwerksmodellen vorhandener Referenzprojekte neue Erkenntnisse hinsichtlich der darin enthaltenen Gebäudeöffnungen gesammelt, um diese sowohl für die Planung als auch die Kalkulation nutzbar zu machen. Auf Basis der davon abgeleiteten Ergebnisse besteht die Möglichkeit, entweder in einer frühen Phase der Planung oder bei größtenteils unbekannten Projektbedingungen sowohl Massenabschätzungen als auch Kostenermittlungen und/oder Kalkulationen effizient durchführen zu können. Die Studien und Ergebnisse diesbezüglich wurden detailliert im Abschlussbericht beschrieben.

Ziel des Forschungsprojektes
Die Auswirkungen der digitalen, modellorientierten Bauabrechnung für die ausführenden Unternehmen zu quantifizieren. Um die Differenzen zwischen dem alten System der Massenermittlung mit den Werkvertragsnormen und dem neuen System der BIM Massen aufzuzeigen und mögliche Fehler in der Überführung der Kalkulation mit BIM Massen für die Betriebe zu vermeiden.

Vorteile des Projektes für das Baugewerbe bzw. für die Bauwirtschaft
Das Baugewerbe soll anhand der Beispiele auf die wesentlichen Differenzen der beiden Massenermittlungssysteme hingewiesen werden, um Risiken bei der Angebotslegung und Auspreisung zu reduzieren. Auch allfällige Ressentiments gegen modellorientiertes Planen und Abwickeln von Bauprojekten können abgebaut werden.

Modellbasierte Netto-Massenbieten einen hohen Genauigkeitsgrad, da Überlappungen und Überschneidungen von Bauteilen in der Mengenermittlung vermieden werden können. In der Studie hat sich gezeigt, dass es hier zu erheblichen Abweichungen kommt zwischen den herkömmlich ermittelten Mengen und den aus dem Gebäudemodell ermittelten Netto-Massen.

"BIM wird man auf Dauer nicht umgehen können. Der Vorteil der Datendurchgängigkeit sollte unbedingt auch für die Massenermittlung genutzt werden. Dafür müssen den Firmen aber auch die Unterschiede zu herkömmlichen Kalkulationsmethoden bewusst sein. Sonst kann es passieren, dass sie am Ende draufzahlen“, betont Landesinnungsmeister Anton Rieder, der in seinem Unternehmen seit langem auf BIM setzt.

BIM Netto-Massen hilft faire und transparente Angebotspreise zu kalkulieren, wenn vom Auftraggeber die Abrechnungssystematik unter Einsatz von BIM vorgegeben ist.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt BIM-Nettomassen finden Sie hier.

 

 

 

 

 

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